Wohn- und Werkgemeinschaft

Leitbild

Haus Christofferus ist ein von einem privaten Trägerverein getragenes Wohnheim mit Beschäftigung. Trägerschaft ist der „Verein Haus Christofferus“ mit Sitz in Renan. Haus Christofferus bietet Platz für achtzehn seelenpflegebedürftige Menschen mit verschiedenen Behinderungsarten und unterschiedlichem Behinderungsgrad. Das Haus ist rollstuhlgängig.
Äussere Hülle der Institution bilden drei Gebäude: das Haupthaus mit Betreutenzimmern, Gemeinschaftsräumen, Dienstleistungsräumen, Mitarbeiterwohnungen und Praktikantenzimmern; ein kleineres Gebäude mit den Beschäftigungsräumen; ein kleines Haus mit Mitarbeiterstudios.

Im Haus Christofferus wird versucht, in der Arbeit mit den Bewohnern und in der sozialen Ausgestaltung der Heimgemeinschaft Anregungen aus der Anthroposophie zu verwirklichen.

Haus Christofferus will den Bewohnern ein Zuhause bieten. Die Menschen mit einer Behinderung werden auf ihrem Lebensweg begleitet. Soweit als möglich sollen sie bis an ihr Lebensende im Haus bleiben dürfen. Besonderes Anliegen ist uns neben der Sorge für das leibliche Wohl das Bemühen, die seelische Entwicklung der Menschen mit Behinderung in angemessener Form weiter zu fördern. Wir sind bestrebt, den Bewohnern und Bewohnerinnen in ihrer erschwerten Situation ein sinnerfülltes Leben zu ermöglichen. Dabei geht es uns nicht um eine Normalisierung um jeden Preis.

Der Umgang mit ihnen wird geprägt durch den Respekt vor der Würde jedes Menschen. In der Begleitung der Bewohner versuchen wir, Ansätze zur Mündigkeit wahrzunehmen und zu fördern. Das Selbstbestimmungsrecht von Bewohnern wie Mitarbeitern findet seine Grenze im Freiheitsrecht des Gegenübers und den institutionseigenen Regelungen.

Das anthroposophische Menschenbild sieht den Menschen als Bürger zweier Welten. In mehreren Inkarnationen tritt er aus der geistigen Welt, die seine eigentliche Heimat ist, auf die Erde, um hier Schicksal auszutragen und neue Beziehungen zu knüpfen, neue Erfahrungen zu sammeln. Der geistige Kern des Menschen, welcher die einzelnen Inkarnationen überdauert, tritt im irdischen Menschen nur indirekt in Erscheinung. Was hier sichtbar und erlebbar auftritt, ist Instrument dieses geistigen Kerns, des höheren Ichs. Daraus ergibt sich die Einsicht, dass wohl das Instrument (Leib und Seele) unvollkommen sein kann, dass der Geist aber nicht geschädigt ist. Unsere therapeutischen Anstrengungen sind darauf ausgerichtet, Bedingungen zu schaffen, die es dem höheren Ich erleichtern, Leib und Seele besser zu ergreifen.

Die Pflege des Religiösen aus dem Verständnis der Anthroposophie heraus prägt unsere Gestaltung von Tages- und Wochenlauf und ganz besonders auch die Festeszeiten.

Im Zusammenleben und Zusammenarbeiten wollen wir ein heilsames soziales Klima schaffen. Wir bemühen uns um ein Verständnis des Anderen und um kollegialen Umgang. Die Eigenverantwortung für die übernommenen Aufgaben wird von allen Mitarbeitenden erwartet.