Wohn- und Werkgemeinschaft

Geschichte

Begonnen hatte der Impuls zu „Haus Christofferus“ damit, dass eine Gruppe von Menschen aus Basel dem Ruf, in Chur ein bereits bestehendes Heim mit 28 Kindern weiter zu führen (1956), folgte. Mit Begeisterung wurde die Aufgabe angepackt, aber die Realität zeigte Grenzen auf und führte schon im kommenden Jahr zur Neugründung des Bestehenden als „Haus Christofferus“ in Thusis. Im Zuge der Einführung der Invalidenversicherung kam die Anerkennung als Schulheim und damit entspannte sich die zuvor äusserst bescheidene finanzielle Situation etwas. Das Haus erwies sich aber immer weniger geeignet für die Bedürfnisse eines Kinderheims

Als nach einem Standort für den Neubau gesucht wurde, machte die Werksiedlung Renan dem Verein Haus Christofferus das Angebot, ein Stück Land von ihrem Grund und Boden zu günstigen Bedingungen zu übernehmen. Dies gab den Ausschlag zum Neubau im Berner Jura; 1972 wurde umgezogen.

Aber schon nach zehn Jahren hatte sich die Situation verändert: ein allgemeiner Geburtenrückgang und die neu entstandenen regionalen Tagesschulen führten dazu, dass die Nachfrage um Aufnahme stark zurückging. Auf der anderen Seite fehlten Lebensorte für Jugendliche und junge erwachsene Menschen. So begann 1983 eine erste Werkstattgruppe, junge Menschen aus anderen Institutionen kamen hinzu. 1987 war die Umwandlung in ein Heim für Jugendliche und Erwachsene abgeschlossen.

Ein Lebensort für erwachsene Menschen bedarf anderer Bedingungen als ein Schulheim. Trotz fast nahtlosem Übergang in die neue Lebensphase von Haus Christofferus zeigten sich gewisse Schwachstellen im Infrastrukturbereich. Ein aus Eigenmitteln finanzierter sanfter Umbau brachte 1994 verbesserte Lebenssituationen im Wohnbereich.
In den Jahren 2003/4 zeigte uns die Begleitung zweier Menschen, die schwer pflegebedürftig geworden waren, dass wir für Pflegesituationen nicht adäquat vorbereitet waren. Daneben erlaubten die Sanitäreinrichtungen nur sehr bedingt ein Wohnen in gemischten Gruppen. Gemeinsam mit dem Bieler Architekturbüro wahlirüefli wurde 2005 das Projekt “Bauliche Verbesserungen” erarbeitet und dem BSV sowie dem Kanton Bern unterbreitet. Anfang 2006 wurde das Projekt genehmigt und im Sommer erfolgte der grosse Umbau (Neugruppierung der Wohngruppen zur Verbesserung der Wohnsituation, Einrichtung eines rollstuhlgängigen Aufzuges, Modernisierung der Sanitär- und Pflegeeinrichtungen).